Die Sache mit der Nähe

Close-Ups - Gedanken und Vorbereitung

Es ist beileibe kein Sättigungsgefühl vorhanden, noch kein "Ich-muss-jetzt-mal-was-anderes-machen"... eher so ein "Könnte-mir-das-auch-Spass-machen?" bzw. "Ich-will-das-jetzt-auch-mal-probieren"-Gefühl.

Fast täglich schaue ich mir Streetfotos an. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht mit dieser Materie beschäftige. Vorbilder oder gar "Idole" hatte ich dabei nie (daher findet man bei mir auch keine Selfies mit bekannten Fotografen!). Es gibt aber durchaus Fotografen, deren Werke ich -zum Teil- sehr, sehr gut finde und ich mich dann, bei manchen Fotos, natürlich auch hinterfrage, "Mein Gott, wie hat er das bloß hinbekommen?".

Alles natürlich sehr subjektiv betrachtet, denn was ich cool finde, müssen andere nicht auch cool finden. Diese berühmten "3-5 Sekunden", beim Betrachten eines Fotos... die sind es auch bei mir. Wie sage ich immer: "Ein gutes Foto muss mich aus den Latschen hauen!". Ich muss es einfach mögen.

Das Foto oben, als Beispiel, schoß ich 2016 in Paris. Dieses Foto "fängt" mich immer noch. Und ich weiß nicht, warum das so ist. Ich mag es einfach. Und es ist ein "Close-Up".

(Fast) nie habe ich in den letzten Jahren Werbung für andere Fotografen gemacht (für mich macht ja schließlich auch keiner Werbung!), aber: Die Spotlights von Ed Walker, die ich vor ein paar Wochen entdeckt habe, ebenso das Video dazu, haben bei mir -wie sagt man- das "Faß zum Überlaufen" gebracht. Und so kam dieser "Ich-will-das-jetzt-auch-mal-probieren"-Gedanke in mir hoch.

2013 durfte ich für ein Fotomagazin die Nikon Coolpix A testen. Wurde zuvor ausgewählt, gemeinsam mit 2 anderen Fotografen. Sollte natürlich auch ein paar Ergebnisse abliefern, zusammen mit einer Rezension über die Kamera. Ein später Auserwählter durfte die Kamera dann auch behalten. Nach den ersten Fotos mit diesen 28mm dachte ich mir... "Oh Gott, das wird nichts!". Irgendwie klappte es dann aber doch. Der Redaktion gefielen meine Fotos (u. a. auch DIESES!), ich durfte die Kamera schließlich behalten... habe sie dann aber später verkauft. Für 28mm war die Zeit noch nicht reif.

Die Schwierigkeit (auch für mich, denn ich bin es ja auch nicht unbedingt gewohnt!) ist diese fast schon "brutale" Nähe zum Motiv. Aber die Herausforderung, mit dieser kurzen Brennweite zu fotografieren... das reizte mich jetzt. Hinzu kommt natürlich der Ehrgeiz: Kann auch ich in diesem Bereich Fotos abliefern, die andere cool finden? Und genau darum ging es mir ja immer.

Mir war und ist aber durchaus bewußt: Meinen Hang zum sauber komponierten Streetfoto werde ich ablegen müssen. Bei der Close-Up-Fotografie werden Mimik und Gestik der Protagonisten die Ausdruckskraft eines Fotos bestimmen. Ich werde Bewegungsunschärfe als Stilmittel akzeptieren müssen. Der Zufall wird entscheiden.

Ich probiere das jetzt einfach mal... mit einer Ricoh GR, über die ich in den letzten Monaten so viel gelesen hatte. Die kleine, geräuschlose Kamera, bei der der Autofokuspunkt eh' nie richtig sitzt und bei der man mit seinem dicken Daumen ständig an diese "(+/-) Wippe" kommt, sodass die Belichtungskorrektur verstellt wird.

Die Close-Up-Fotografie soll bei mir 2017 einen Schwerpunkt bilden. Schon kurz vor Weihnachten geht es für die ersten Versuche nach BERLIN... übrigens eines meiner Lieblingsstädte in Sachen "Straßenfotografie". Nebenbei werde ich dort auch ein wenig Smalltalk betreiben. Mit wem?

Schaut einfach wieder rein, hier in meine NEWS.