Serielle Fotografie

Meine ganz eigenen Gedanken

Wenn man schon eine gefühlte Ewigkeit auf der Straße fotografiert, gelangt man irgendwann an einen Punkt, wo man sich vielleicht mal überlegen sollte, wo die (eigene) kleine Fotoreise noch so hinführen könnte.

Vor ca. 2 Jahren schon hatte ich diesen Gedanken, die Pfade der Einzelbildfotografie ein wenig zu verlassen und irgendwie auch mal seriell zu fotografieren; in größeren, aufwendigeren Projekten, sich einem einzigen Thema widmend. Vielleicht sogar eine Geschichte zu erzählen, mit einem erkennbaren Strang, diesem berühmten „roten Faden“.

Aber: Wie findet man denn jetzt eigentlich einen Einstieg, in diese völlig andere Art der Fotopräsentation? Als engagierter Autodidakt, der keinen Fotojournalismus studiert und nebenbei auch noch einen Beruf, eine Freundin und einen Haushalt (zu führen) hat?

Der Einstieg

Zunächst könnte man sich Gedanken darüber machen, was man in den letzten Jahren so fotografiert hat. Wo liegen die eigenen Stärken (und nur die Stärken!), was liegt einem, wozu hätte man so richtig Lust, wozu hätte man auch die Zeit, so eine „Serie“ anzugehen?

Klar, man könnte einen Flug ins nächstgelegene Krisengebiet buchen, Helm aufsetzen, Schutzweste überziehen und... egal, kein guter Gedanke.
Aber muss man denn überhaupt gleich irgendwo hinfliegen, ins Ausland... nach New York, Tokio, Paris, in die Wüste... ? Blödsinn.

Also erstmal klein anfangen (denn manchmal liegt das Glück ja doch so nah!).

Wie machen es andere?

Schaut man sich bei anderen (nationalen) Straßenfotografen um... schon einige haben die serielle Fotografie als eigene Projekte im Petto: Der Martin U. Waltz schon länger, ein Torsten „TeeKay“ Köster seit neuestem; auch ein Gerd Bonse, sozialkritisch... und ebenso, wie die zuerst genannten: Auf heimischen Terrain. Und ein Siegfried Hansen, mit seiner Sammlung an grafischen Fotoarbeiten? Ist denn das eigentlich eine Fotoserie? Ja. Ist es.

Definition

Alle oben genannten Fotografen arbeiten nämlich mit sog. Bildgruppen, die aus mehreren zusammengehörigen Fotos bestehen und über das Einzelbild oder eine Sammlung aus mehr oder minder zusammenhängenden Einzelbildern hinausgehen und thematisch zusammenpassen. Und jeder auf seine Art… denn Fotoessays und Reportagen gehören ebenfalls dazu.

Diese Definition stammt nicht von mir, sondern aus einem Buch, welches ich jedem nur ans Herz legen kann, der sich mit dieser Thematik mal beschäftigen möchte:

Einfach mal ran!

Kurz gefaßt: Begutachtet doch mal Online-Serien (auch Ausstellungen!) ein wenig intensiver; schaut euch an, wie es andere machen und auf welche Art und Weise. Nehmt euch dann doch einfach einen Zettel und macht euch Gedanken, über ein Thema. Die Anzahl der Fotos einer Fotostrecke, die Formatfrage sowie die farbliche oder nichtfarbliche Darstellung der Einzelbilder innerhalb einer Bildgruppe ist später zu entscheiden und sicherlich auch sehr stark abhängig vom Gezeigtem innerhalb eines Einzelfotos, aber natürlich auch vom eigentlichen Thema der Serie. Und laßt es abschließend beurteilen, von einem (besser: mehreren!) Fotografen eures Vertrauens.

Ich will da unbedingt mal ran! Denn ich habe diese vielen Ideen, die ich schon so lange mit mir rumtrage...

Bis dahin!